Inhaltsverzeichnis
- Ausgangslage
- Gesetzliche Grundlagen
- Trägerschaft
- Institutionsleitung
- Verantwortlichkeiten
- Ressorts
- Personelle Ressourcen
- Lokalität
- Nachbarschaft
- Behandlungsplätze
- Sicherheit
- Datenschutz
- Finanzierung
- Qualitätsmanagement
- Organisatorische Einbettung in das regionale Netz der Suchthilfeorganisationen
- Verschiedenes
1. Ausgangslage
Gemäss Artikel 15 der Verordnung über die ärztliche Verschreibung von Heroin ist die HeGeBe Thun verpflichtet ein detailliertes Betriebs- und Behandlungskonzept zu erstellen. Diese werden von Bund und Kanton genehmigt. Wesentliche Änderungen werden diesen Stellen sofort mitgeteilt.
2. Gesetzliche Grundlagen
Bund
- Bundesgesetz vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG).
- Verordnung vom 29. Mai 1996 zum Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmV).
- Dringlicher Bundesbeschluss vom 9. Oktober 1998 über die ärztliche Verschreibung von Heroin.
- Verordnung vom 8. März 1999 über die ärztliche Verschreibung von Heroin.
- Bundesgesetz vom 20. Juni 2003 über die Verlängerung des Bundesbeschlusses über die ärztliche Verschreibung von Heroin.
Kanton Bern
- Verordnung vom 1. Mai 1985 zum Bundesgesetz über die Betäubungsmittel.
3. Trägerschaft
Die Stadt Thun amtiert als Auftraggeberin für die HeGeBe Thun und ist Vertragspartnerin für den Bund und den Kanton. Sie trägt die strategische Verantwortung für die HeGeBe Thun.
4. Institutionsleitung
Die Stadt Thun hat den Verein für Behandlung und Integration suchtkranker Menschen mit der Durchführung der HeGeBe Thun beauftragt. Die Verantwortung für die HeGeBe Thun ist dem Verein übertragen und in den Statuten geregelt (vgl. Anhang).
5. Verantwortlichkeiten
Der leitende Arzt trägt die Behandlungsverantwortung und die Stellenleiterin die Verantwortung für den Betrieb und die Gewährleistung der interdisziplinären Zusammenarbeit. Die Verantwortlichkeiten zwischen den verschiedenen Funktionen und Berufsgruppen sind im Funktionendiagramm und in den Stellenbeschreibungen geregelt (vgl. Anhang).
6. Ressorts
Verschiedene Teilbereiche und Teilverantwortung werden in Form von Ressorts übernommen. Die Ressortzuteilungen werden in separaten Vereinbarungen geregelt und mit der Stellenleiterin regelmässig überprüft.
7. Personelle Ressourcen
In der Behandlung sind die Bereiche Medizin, Sozialarbeit und Pflege vertreten, dies gewährleistet die Interdisziplinarität. Die Art der interdisziplinären Zusammenarbeit wird im Behandlungskonzept geregelt. Das Sekretariat wird in einem Teilpensum betreut.
Die Stellenprozente des Pflegepersonals sind auf hochprozentige Mitarbeiter sowie niederprozentige Mitarbeiterinnen aufgeteilt. Die hochprozentigen Mitarbeiterinnen haben einen Betreuungsauftrag, im Gegensatz zu den niederprozentigen Mitarbeitern, die ausschliesslich während der Abgabe tätig sind.
Für die heroingestützte Behandlung sind die Stellenprozente durch die Verordnung geregelt und beträgt je 1.7 Stellenprozent für ärztliches Personal und die psychosoziale Betreuung. Für die anderen Substitutionsbehandlungen wird ca. mit je 1 Stellenprozent gerechnet.
8. Lokalität
Die Räumlichkeiten des Behandlungszentrums entsprechen den Richtlinien der Verordnung für die ärztliche Verschreibung von Heroin. Bei einem allfälligen Umzug werden diese vom BAG auf deren Eignung überprüft.
9. Nachbarschaft
Reklamationen werden vom Personal ernst genommen und der Stellenleiterin weitergeleitet. Die Stellenleiterin ist bemüht, allfällige Konflikte, unter Berücksichtigung aller Interessen, zu klären. Die bestehende Hausordnung regelt das Verhalten der Patienten im und um das Behandlungszentrum. Zur Klärung von Problemen in der Umgebung wird bei Bedarf eine Nachbarschaftsbegleitgruppe einberufen.
10. Behandlungsplätze
Die HeGeBe Thun verfügt über 70 Behandlungsplätze mit Diaphin (Heroin). Das BAG bewilligt die Anzahl der Behandlungsplätze auf Antrag der Trägerschaft und mit Einverständnis des Kantons.
Zusätzlich werden einige Methadon- und Subutexprogramme angeboten, diese werden einzeln vom Kantonsarztamt bewilligt. Die Anzahl der angebotenen Programme berücksichtigt unter anderem den Bedarf, die Räumlichkeiten, die personellen Ressourcen und das Umfeld.
11. Sicherheit
Die Räumlichkeiten der HeGeBe Thun sind mit einer Alarmanlage gesichert. Es besteht ein Dispositiv für die Sicherheit der Patienten sowie des Behandlungspersonals, das in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei erstellt wurde.
Die Betäubungsmittel werden unter Verschluss in einem Tresor gelagert. Die Handhabung der Betäubungsmittel entspricht den kantonalen und nationalen Richtlinien und wird von diesen Behörden regelmässig überprüft.
12. Datenschutz
Das Personal untersteht der ärztlichen Schweigepflicht, auch über die Anstellungsdauer hinaus. Patientendaten werden unter Verschluss aufbewahrt und werden gegenüber Dritten nur offenbart, wenn der Patient schriftlich sein Einverständnis dazu gibt.
Das BAG ist berechtigt, unter Auferlegung der ärztlichen Schweigepflicht, personenbezogene Daten zur Kontrolle der Behandlungsqualität gemäss Artikel 16 der Ausführungsverordnung einzusehen.
Sämtliche Bearbeitungen von Personendaten zu Forschungszwecken sind dem Bundesgesetz über den Datenschutz unterstellt und werden anonymisiert durchgeführt.
13. Finanzierung
Mit den Krankenkassen besteht eine Vereinbarung über eine Wochenpauschale, womit die Suchtbehandlung und die Grundversorgung der interkurrenten Erkrankungen abgegolten wird. Der Kanton übernimmt bei den Diaphinplätzen die Finanzierung eines auf Basis des Leistungsvertrages ausgehandelten Betrages pro Patient und Tag.
14. Qualitätsmanagement
Mit einem Monitoring werden die in der HeGeBe Thun erbrachten Leistungen qualitativ und quantitativ erfasst und transparent gemacht. Betreffend Zertifizierung richtet sich die HeGeBe Thun nach den Vorgaben von Bund und Kanton.
15. Organisatorische Einbettung in das regionale Netz der Suchthilfeorganisationen
Die organisatorische Einbettung der HeGeBe Thun ist in den Statuten ersichtlich. Eine intensive Vernetzung und Zusammenarbeit mit involvierten sozialen und medizinischen Institutionen, sowie den Hausärzten der Region, wird gepflegt.
16. Verschiedenes
Das Betriebskonzept ersetzt das bisherige Konzept vom Juli 1999.
Entwurf mit Anpassungen der Vorstandsitzung vom 12.9.06.
Verfasst von Ariane Schweizer, Stellenleiterin am 19.9.06.

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